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Peter Minet dirigiert das Weitenunger Orchester seit zwei Jahrzehnten

10.05.2018

Wer Geburtstag feiert, der darf es auch mal richtig krachen lassen. Eine Gelegenheit, die Dirigent Peter Minet beim Schopf ergriff. 20 Jahre schon führt er den Musikverein Weitenung durch seine musikalische Entwicklung und hatte nun die außergewöhnliche Gelegenheit, sich sein „Jubiläums-Ständchen“ selbst zusammenzustellen.

Vom Marsch über Oper bis hin zum Musical deckte das Programm des Frühjahrskonzert eine sehr breite Klangpalette ab und bewies damit sehr eindrucksvoll wie vielfältig die Blasmusik sein kann. Mit welchen Mittel der Dirigent seit zwei Jahrzehnten seine Künstler zu solch außergewöhnlichen Leistungen antreibt, ließ sich im Laufe des Abends auf sehr humorvolle Weise immer wieder den Moderationen von Alexander Hettler entnehmen. „Queen of the Dolomites“, da habe er im Vorgespräch mit seinem Dirigent erhofft, von einer Leidenschaft für die Berge zu erfahren, von Klettertouren und ähnlichem. Stattdessen habe er als Begründung für die Auswahl dieser Jacob de Haan-Komposition nur eine einsilbige Antwort bekommen: „Stand auf der Liste.“ Diese Liste hing im Proberaum, um etwaige Wünsche der Musiker aufzunehmen.

Viele solche kleinen Episoden hielt Hettler bereit und sorgte dafür, dass das Publikum nicht nur in ein sehr eindrucksvoll gestaltetes und vor allem auch gespieltes Konzert kam, sondern dass auch ein emotionaler Blick hinter die Kulissen der fast 50-köpfigen Kapelle gelang. Dass das Konzert ein sehr hohes Niveau hatte, dafür stand Peter Minet, der mit seinen Weitenungern beispielsweise ein schwungvolles Medley einstudiert hatte, das einen sehr lebhaften Hauch vom wohl berühmtesten Kindermädchen der Welt in die Rheintalhalle zauberte. Während Mary Poppins mit einem Teelöffel Zucker dafür sorgte, dass so manches wie von Zauberhand runter ging wie Honig, lieferte Jon Bon Jovi die Grundlagen für einen Ausflug ins rockige Fach. Exzellent gespielt und vom Publikum gefeiert wurden Songs wie „Runaway“ oder etwa der Superhit „It’s my life“, nachdem die Formation einen Abend lang für einen wirklich abwechslungsreichen Exkurs ins blasmusikalische Fach gesorgt hatte. Von Auszügen aus der Gershwin-Oper „Porgy & Bess“ über festliche Fanfaren aus der Feder von Thiemo Kraas bis hin zu Filmmusik reichten die dargebotenen Stücke. Mal ging es wie bei „A Touch Of Tuba“ in eine Welt, in der Jürgen Reck als Solist auf ganz bezaubernde Weise das Klangbild eines mächtigen Bären schuf, der sich in tapsigen Schritten durch filigrane Tanzmusik bewegt, dann wieder führte der Abend mit einer Hymne in festliche Gefilde oder etwa mit einer Komposition von Josef Abwerzger in die Tiefen des Waldes, wo eine besondere Sperlingsart zu Hause ist. Keine Frage, dass der Verein am Ende dieses bunten Konzertabends, der klanglich alle Sinne berührte, jede Menge Beifall einfuhr. Der galt immer wieder auch dem Dirigent, dem seine Musiker für seine 20-jährige Tätigkeit stehende Ovationen spendeten. Christiane Kraus

 

Dank für Engagement

Zwei ganz besondere Ehrungen am Konzertabend

Bühl-Weitenung (ane). Gleich zwei besondere Ehrungen galt es am Konzertabend vorzunehmen. Eine von ihnen war so außergewöhnlich, dass auch der Blasmusikverband sich einklinkte. Sven Wilhelm überreichte die Silberne Ehrennadel an Patrick Frietsch, der seit 1999 im Verein mit Klarinette und Saxofon glänzt, seit inzwischen zehn Jahren obendrein die Finanzen der Weitenunger Musiker als Kassierer regelt.

Genau doppelt so lange leitet Peter Minet als Dirigent die musikalischen Geschicke des Vereins.

Zum Dank dafür gab es Gutscheine – unter anderem fürs Festspielhaus – sowie einen Korb voller Leckereien, um dem Titel des Abends gerecht zu werden. Der nämlich lautete „All’s was bruchsch“.

Obendrein hatte sich Jürgen Theurer die Mühe gemacht, eine besondere Statistik zu erarbeiten. Gemäß dieser begleitete Peter Minet seine Musiker bei rund 2 000 Proben, Auftritten und Konzerten, hat bei keiner Probe gefehlt oder gar eine abgesagt und fährt von Illingen nach Weitenung und zurück jedesmal 69 Kilometer, die sich folglich in den vergangenen 20 Jahren auf mehr als 80 000 Kilometer summieren.

„Du hast Dir große Verdienste um den Verein erworben“, gratulierte Jürgen Theurer.

 
 
 
 
 
 
 
 
 

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